Dörte Isenbiel

Hebamme | Heilpraktikerin

Craniosacral-Therapie bei Dörte Isenbiel in Esens

Definition

Die Craniosacral-Therapie ist eine sanfte, körperorientierte, manuelle Behandlungsform, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den USA aus der Osteopathie entwickelt hat. Behandelt wird der ganze Körper, dabei sind die Schwerpunkte der Schädel (Cranium), die Wirbelsäule und das Kreuzbein (Sacrum), daher die Bezeichnung Craniosacral. Sie kann angewandt werden zur Schmerzbewältigung z. B. bei Migräne, Rücken-, Gelenks- und Muskelschmerzen, rheumatischen Erkrankungen und Fibromyalgie. Zur Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung sowie Säuglingsbehandlung und vieles mehr. Sie kann für sich alleine oder mit anderen Behandlungsformen kombiniert werden.

Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein bilden das Zentrum unseres Nervensystems und werden hierbei schwerpunktmäßig behandelt. Das Rückenmark und die Gehirnflüssigkeit, umgeben von den Hirnhäuten, werden diesem System zugeordnet. Die craniosacrale Behandlung basiert auf der Arbeit mit dem craniosacralen Rhythmus, der sich im feinen Pulsieren der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit zeigt.

Das Gehirn und das Rückenmark haben wie alle Organe eine Eigenbewegung. Sie verändern in regelmäßigen Abständen und aus sich heraus ihre Form und ihren Umfang. Im Gehirn wird rhythmisch Gehirnflüssigkeit freigesetzt, die sich als Druckwelle vom Gehirn um das Rückenmark herum bis zum Kreuzbein hin bewegt. Eine gewisse Menge der Hirnflüssigkeit vom Körper resorbiert, wodurch die Druckwelle im System abflaut. Dieses bezeichnet man als Craniosacral-Rhythmus, der völlig unabhängig ist von Atmung oder Herzschlag. Dieser Craniosacral-Rhythmus, der wesentlich feiner ist als der Schlag des Herzens, wird von einem geschulten Therapeuten mit seinen Händen gefühlt und bewertet, so wie man auch am Pulsschlag eines Menschen feststellen kann, wie sein gesundheitlicher Zustand beschaffen ist. Dieses rhythmische Pulsieren liefert dem Therapeuten wichtige diagnostische Informationen. In unserem Leben kommt es durch Unfälle, Krankheiten und Schicksalsschläge zu Blockaden in unserem Körper und diese spiegeln sich im Craniosacral-System wieder. D. h., dass im Bereich des Schädels und der Wirbelsäule Blockaden vom Therapeuten wahrgenommen und von dort aus auch wieder gelöst werden können.

Dies geschieht durch sanfte, mit den Händen ausgeführte Techniken, die auf die knöchernen Strukturen, Muskeln, Faszien und Bänder, sowie auch auf die inneren Organe des Körpers einwirken.

Dem Therapeuten ist es möglich, Verkürzungen, Blockaden, Funktionsstörungen oder andere Unregelmäßigkeiten im menschlichen Körper zu erspüren, mit sanftem Druck der Hände zu korrigieren, die Selbstheilungskraft zu fördern und somit das Körperbewusstsein des zu behandelnden Menschen zu steigern.

Manuelle Behandlung bei schwangerschaftsbedingten Problemen

In der Schwangerschaft ist die Craniosacral-Therapie ein besonders sanfter Weg zur Entlastung von Rücken und Becken. In der Behandlung lernen Sie Ihren Körper auf wohltuende Art kennen, lernen sich zu entspannen und mit den vielen Veränderungen, die sich während der Schwangerschaft entwickeln, positiv umzugehen. Durch Erhöhung der Beckenbeweglichkeit können Rücken- und Beckenbeschwerden gelindert werden und haben einen positiven Einfluss auf den weiteren Verlauf der Schwangerschaft und der Geburt. Die entspannende Wirkung führt zu mehr Gelassenheit, Vertrauen und Zuversicht in der Zeit der vielseitigen inneren und äußeren Veränderungen. Besonders während oder nach schwierigen Phasen in der Schwangerschaft hilft die Craniosacrale Behandlung. Auch das noch nicht geborene Kind profitiert von der Behandlung. Zum Beispiel ist es möglich, dass sich ein Baby, das sich in Beckenendlage befindet, durch eine Behandlung in die richtige Position bringen lässt und damit ein Kaiserschnitt vermieden werden kann.

Nach einer schwierigen Entbindung ist die Craniosacral-Therapie sowohl für die Mutter als auch für das Neugeborene eine Möglichkeit, die Geburt zu verarbeiten.

Behandlungen von Säuglingen und Kleinkindern mit ihren Eltern

Die besondere Physiologie von Säuglingen und Kindern setzt ein spezielles Wissen voraus. Kinder sind eben nicht kleine Erwachsene, sondern Menschen, die sich auf vielen Ebenen in der Entwicklung befinden. Sie haben eine andere Körperbeschaffenheit als der erwachsene Mensch. Zudem ist es wichtig, mit einem besonderen Einfühlungsvermögen das Vertrauen der Kinder zu gewinnen.

Bei der Geburt wirken starke Kräfte auf den Körper des Kindes ein. Dabei kann es zu Überbelastung von bestimmten Strukturen kommen. Durch diese Kompressionen können sich Asymetrien (z.B. KISS) und dadurch bedingt Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme oder Saugprobleme zeigen. Besonders bei Babys und Kleinkindern ist es immer wieder berührend zu sehen, wie viel sich positiv verändert. Es wird ihnen mit Langsamkeit, Achtung und Behutsamkeit begegnet. So kann leichter wahrgenommen werden, wie sie über Blicke, Töne und Bewegungen, ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten mitteilen. Bei der Kinder-Behandlung werden die Eltern vorbehandelt um das Vertrauen des Kindes zu erarbeiten. Die Eltern erfahren so, wie mit sanfter, unscheinbarer Berührung viel Wohlgefühl und Spannungsausgleich möglich wird. Für größere Kinder ist die Vorbehandlung der Eltern ein Zeichen der Sicherheit und sie lassen sich dann leichter berühren.

Bei welchen Beschwerden wird die Craniosacral-Therapie angewendet?

Das Craniosacrale System beeinflusst alle anderen Organsysteme im Körper. Durch gewissenhafte und sensible Anwendung der Craniosacral-Therapie können eine Anzahl chronischer und akuter Krankheiten wesentlich gelindert werden, unter anderem:

  • Asthma und Allergien
  • Chronische und akute Schmerzen, Schock und Trauma
  • Geburtstraumata, Koliken und Verdauungsstörungen bei Säuglingen
  • Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Sinusitis
  • Arthrose und Arthritis
  • Verdauungsstörungen
  • Kiefergelenkprobleme, kieferorthopädische Vorsorge und Begleitung
  • Augenprobleme
  • Gyn. Erkrankungen, Menstruations- u. Klimateriumsbeschwerden, Unterstützung in der Schwangerschaft
  • Depressionen, Erschöpfungszustände, Schlafprobleme, stressbedingte Beschwerden

Wie wird eine Behandlung durchgeführt?

Der Patient liegt hierbei auf einer bequemen Behandlungsliege. Der Therapeut ertastet am Schädel und am Becken die Pulsation innerhalb des craniosacralen Systems und macht sich hierbei ein Bild von eventuellen Einschränkungen. Mit gezielten, sanften Handgriffen wird versucht, das betroffene Gewebe zu lösen, bis die Pulsation uneingeschränkt ertastet werden kann. Eine Behandlung dauert im Allgemeinen 60-90 Minuten, geeignet ist sie besonders für Symptome und Erkrankungen, die über das Nerven- oder Hormon-System bzw. durch einen Unfall oder andere Verletzungen entstanden sind.

Gerne informiere ich Sie in einem persönlichen Gespräch, welche weiteren Beschwerden durch die Craniosacral-Therapie positiv beeinflusst werden können.